Kälte draußen, trockene Heizungsluft drinnen: Im Winter spannt, schuppt und rötet sich die Haut bei vielen Menschen schneller als sonst. Der Grund ist meist eine geschwächte Hautbarriere. Mit der passenden Pflege lässt sie sich gut unterstützen – oft genügen schon wenige Änderungen in der Routine.
Warum die Haut im Winter leidet
Die äußerste Hautschicht funktioniert wie eine Mauer: Hautzellen sind die Steine, Fette wie Ceramide der Mörtel. Diese Barriere hält Feuchtigkeit in der Haut und Reizstoffe draußen. Im Winter wird sie gleich mehrfach belastet:
- Kälte: Die Talgdrüsen arbeiten langsamer, die Haut bildet weniger schützendes Fett.
- Heizungsluft: Sie ist sehr trocken und entzieht der Haut Feuchtigkeit.
- Temperaturwechsel: Der ständige Wechsel zwischen draußen und drinnen beansprucht Haut und Gefäße.
- Heißes Duschen: Heißes Wasser löst Hautfette und trocknet zusätzlich aus.
Typische Anzeichen
Spannungsgefühl nach dem Waschen, feine Schuppen, Rötungen und Juckreiz sind typische Zeichen einer gestressten Barriere. Lippen und Hände werden rissig, feine Trockenheitsfältchen fallen stärker auf. Wer zu Neurodermitis oder Rosazea neigt, bemerkt im Winter häufiger Schübe.
Die Routine am Morgen
- Sanft reinigen: Lauwarmes Wasser oder ein milder, rückfettender Reiniger genügen.
- Feuchtigkeit: Ein Serum mit Hyaluronsäure oder Glycerin auf die noch leicht feuchte Haut auftragen.
- Schützen: Eine etwas reichhaltigere Creme als im Sommer, zum Beispiel mit Ceramiden oder Squalan.
- Sonnenschutz: Auch im Winter Lichtschutzfaktor 30 oder höher, besonders bei Schnee und in den Bergen.
Die Routine am Abend
- Gründlich, aber mild reinigen: Make-up und Sonnenschutz entfernen, ohne die Haut zu strapazieren.
- Wirkstoffe dosieren: Retinol oder Fruchtsäuren im Winter seltener anwenden, wenn die Haut gereizt ist.
- Nachtpflege: Eine reichhaltige Creme unterstützt die Regeneration über Nacht.
Welche Pflege zu welchem Hauttyp passt
- Trockene Haut: reichhaltige Cremes mit Ceramiden, Sheabutter oder Urea; abends darf es eine Schicht mehr sein.
- Fettige und Mischhaut: leichte, nicht komedogene Pflege. Auch fettige Haut kann im Winter Feuchtigkeit verlieren – ein Serum mit Hyaluronsäure oder Glycerin hilft, ohne zu beschweren.
- Empfindliche Haut und Rosazea: wenige, parfümfreie Produkte, starke Temperaturwechsel und scharfe Wirkstoffe meiden.
Inhaltsstoffe, die im Winter helfen
- Ceramide: ergänzen die Fette der Hautbarriere.
- Glycerin und Hyaluronsäure: binden Feuchtigkeit in der Haut.
- Urea: in fünf bis zehn Prozent besonders für trockene Haut an Körper, Händen und Füßen.
- Niacinamid: unterstützt die Barriere und kann Rötungen mildern.
- Panthenol: beruhigt gereizte Haut.
Häufige Fehler
- zu heiß und zu lange duschen
- Peelings zu häufig anwenden
- alkoholhaltige Gesichtswasser benutzen
- mehrere neue Wirkstoffe gleichzeitig ausprobieren
- trockene Lippen ablecken
Körperpflege nicht vergessen
Auch am Körper trocknet die Haut im Winter schneller aus, besonders an Schienbeinen, Ellenbogen und Füßen. Kurz und lauwarm duschen, rückfettende Duschöle verwenden und die Haut direkt danach eincremen. Für sehr trockene Stellen eignen sich Lotionen mit Urea.
Lippen und Hände
Lippen haben kaum eigene Talgdrüsen. Ein Lippenbalsam mit Bienenwachs, Sheabutter oder Lanolin schützt, besonders vor dem Rausgehen. Hände nach jedem Waschen eincremen und draußen Handschuhe tragen.
Raumklima und Alltag
Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent tut Haut und Schleimhäuten gut. Regelmäßiges Stoßlüften, Pflanzen oder ein Luftbefeuchter helfen. Ausreichend zu trinken und eine Ernährung mit ungesättigten Fettsäuren, etwa aus Fisch, Nüssen oder Leinöl, unterstützen die Haut von innen.
Der Winter als guter Zeitpunkt für Behandlungen
Weil die Sonne schwächer ist, eignen sich die Wintermonate gut für Behandlungen, nach denen Sonne gemieden werden sollte, etwa Microneedling oder die Behandlung von Pigmentflecken in der Melasma-Sprechstunde. Wer die Feuchtigkeit der Haut von innen verbessern möchte, kann sich über Skinbooster beraten lassen.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Bessern sich Rötungen, Schuppen oder Juckreiz trotz guter Pflege nach zwei Wochen nicht, bilden sich nässende, rissige oder stark juckende Stellen, oder treten Schübe einer bekannten Hauterkrankung auf, sollte die Haut ärztlich angeschaut werden.
Häufige Fragen
Brauche ich im Winter wirklich Sonnenschutz? Ja, zumindest an hellen Tagen und im Schnee. Die UV-A-Strahlung, die zur Hautalterung beiträgt, ist auch im Winter vorhanden.
Reicht eine Creme für Tag und Nacht? Bei unkomplizierter Haut oft ja. Wichtiger als die Zahl der Produkte ist, dass sie zur Haut passen.
Hilft viel trinken gegen trockene Haut? Ausreichend zu trinken ist wichtig, ersetzt aber keine Pflege von außen.
Sind Gesichtsöle im Winter sinnvoll? Für trockene Haut können ein paar Tropfen Öl über der Creme helfen, Feuchtigkeit zu halten. Bei unreiner Haut eher sparsam einsetzen.
Darf ich im Winter Retinol verwenden? Ja, aber oft seltener und immer mit guter Pflege. Rötet oder schuppt die Haut, eine Pause einlegen.
Was hilft gegen rote Wangen in der Kälte? Ein Schal oder Tuch vor dem Gesicht, eine schützende, reichhaltigere Creme vor dem Rausgehen und das Vermeiden extremer Temperaturwechsel, etwa direkt vor die Heizung. Bleiben die Rötungen über Wochen bestehen oder kommen immer wieder, kann eine Rosazea dahinterstecken, die sich gut behandeln lässt.
Ab wann sollte ich auf Winterpflege umstellen? Sobald die Heizperiode beginnt und die Haut spannt – meist im Oktober oder November.
Eine Pflegeroutine, die zu Ihrer Haut passt, besprechen wir gern im Beratungsgespräch in der Praxis Alpha Skin am Theaterplatz 1b in Bonn-Bad Godesberg.